„Die Frauen sind silberne Schalen, in die wir goldene Äpfel legen.“

Der Beckenboden

Das Becken kann tatsächlich als Schale oder „Auffangbecken“ für die inneren Organe verstanden werden. Mit seinen horizontal verlaufenden Muskel- und Faszien-Strukturen stützt der untere Teil des Beckens - der Beckenboden - auch die Wirbelsäule und ist somit für die vertikale Stabilisierung des gesamten Körpers zuständig; der Beckenboden ist sozusagen das Fundament für eine stabile, in sich aufgerichtete Körperhaltung und für die optimale Kraftübertragung im Bewegungsablauf.

Im Yoga entspricht das unterste Energiezentrum (Wurzelchakra) dem Beckenboden.  Das "Wurzelchakra" hält die Organe zurück,  öffnet sich aber auch nach unten, um uns energetisch mit der Erde zu verbinden; daher auch sein Name. Ein gesundes Wurzelzentrum verleiht Bodenhaftung, Standhaftigkeit, Urvertrauen und physische Kraft.    

Der Beckenboden kann jedoch nicht isoliert betrachtet werden - er interagiert direkt mit anderen Querstrukturen im Körper; dem Zwerchfell und dem Mundboden. Alle drei "queren Böden" haben die Aufgabe, unterschiedliche Körperräume zu unterteilen und zu verbinden. Besteht eine Fehlspannung in nur einem dieser "queren Böden", hat das immer auch Konsequenzen auf das Spannungsverhältnis der anderen zwei.  

Nicht selten sind diffuse Schmerzen in Kreuz, Rücken und Hüfte auf ein Ungleichgewicht (Über- oder Unterspannung) im Beckenboden zurückzuführen. Aber auch Verspannungen im Bauchraum, im Schultergürtel oder gar in den Kiefergelenken  können Hinweise auf eine Disharmonie im Wechselspiel der inneren "queren Böden" sein.

Mit zunehmendem Alter – bei Frauen um die Wechseljahre - verändert sich der Körper – und mit ihm auch die Haltestrukturen. Muskeln erschlaffen, Bänder trocknen aus und es kann zu einem „Durchhängen“ wichtiger „Stützplatten“ wie dem Beckenboden kommen. Mögliche Folgen;  Verlust der aufrechten Körperhaltung, Organ-Vorfall (Prolaps) von Blase, Gebärmutter, Enddarm und damit auch Tendenz zur Inkontinenzentwicklung. 

Natürlich könnte man - wie das vielfach propagiert wird - dem Problem mit isoliertem "Beckenbodentraining" begegnen. Die vorangegangenen Ausführungen über die Gesamtzusammenhänge lassen jedoch erahnen, dass dies nicht sehr sinnvoll ist. Ein gesunder, schwingungsfähiger Beckenboden entsteht erst über einen funktionellen Gebrauch des gesamten Körpers - sensorisch und über Bewegung. Konzentriert man sich ausschliesslich auf den Beckenbodenbereich, nährt man damit sogar das Bild eines schwachen Beckenbodens. Hilfreicher ist es, den Beckenboden ideell und strukturell wieder in die Ganzheit des Körperzusammenspiels zu integriert, dann kann die kraftvolle Interaktion zwischen Beckenboden, Zwerchfell und Mundboden wieder greifen.

 

 

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