"Körper-Wahrheit"

Unser (Ver-)halten wird stark von unserer Haltung und unserem körperlichen Zustand mitgeprägt. „Aufrichtig“ sein meint, sich nicht zu verstellen oder zu verbiegen, um Problemen auszuweichen oder Vorteile zu ergattern. Aufrichtig sein heisst, unser ureigenes Potential in die Welt zu bringen und unsere individuelle Wahrheit zu leben.

Die Erfahrung zeigt, dass es selten gelingt, negative, uns „verbiegende“ Überzeugungsmuster  über rein theoretische Ansätze oder über reine Willensanstrengung korrigieren zu wollen. Damit Lernen gelingt und wir unsere Gaben „be-gabt“ ausleben können, braucht es eine gute körperliche Verfassung. Dabei geht es weniger um Körpertraining im sportlich-gymnastischen Sinn, als vielmehr um achtsame, aufmerksame Selbstwahrnehmung den eigenen (Ver-)Haltens-mustern gegenüber.

In einem aufgerichteten Körper entstehen weniger parasitäre Verspannungen, die an unserer Muskelkraft zehren und uns vorzeitig ermüden lassen. In einem aufgerichteten Körper sind Gelenke und Energiefluss blockadefrei. In einem aufgerichteten Körper müssen wir uns nicht „zusammenreissen“, um Haltung zu bewahren, sondern wir stehen anstrengungsfrei und ausbalanciert – ähnlich der beliebten aufgetürmten Steinmännchen.    

Unser Körper ist unser Instrument, auf dem wir die Partitur unseres Lebens spielen. Auf einem gut gestimmten Instrument zu lernen macht wesentlich mehr Freude, wohingegen uns ein  schlecht gestimmtes Instrument schnell die Lust am Lernen vergällt und uns resignieren lässt.

Eine gute körperliche Verfassung erreicht man durch aufmerksame Selbstwahrnehmung unserer inneren und äusseren Haltung gegenüber. Wir sind mit allen Sinnen wach und anwesend und beobachten wertfrei, was sich zeigt. Es gibt kein „so müsste es sein“, sondern nur ein „so ist es momentan“. Oft sind wir uns nicht bewusst, dass auch unser Körper seine Wahrheit hat, die sich manchmal stark von jener unseres Denkens unterscheidet. Schmerzen und Erschöpfung sind typische Zeichen dafür, dass wir die Signale unseres Körpers übergehen.  

Oft behandeln wir unseren Körper nur zweitrangig, sozusagen als „Gebrauchsobjekt“, das zu funktionieren hat. Gibt es Funktionsausfälle, wundern oder ärgern wir uns, weil wir nicht mehr wie bis anhin „funktionieren“ können. Aber vielleicht liegt gerade hierin eine grosse Chance, unser Denken und Tun zu reflektieren und uns neu aus- und aufzurichten.    

 

Geh Du vor", sagt die Seele zum Körper, "auf mich hört sie nicht."
"Ich werde Schmerzen senden oder krank werden,
dann wird sie Zeit für Dich haben", sagte der Körper zur Seele.

 

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