Mythos Altern

Es ist Teil eines herrschenden Mythos, dass wir mit zunehmendem Alter immer starrer und unbeweglicher werden. Aber nicht das Alter ist die Ursache - wir selber schränken unseren Bewegungsradius ein. Tagelang sitzen wir festgefroren und hypnotisiert vor unseren Bildschirmen, und wenn wir uns dann doch einmal zur Seite drehen müssen, lassen wir das unseren Bürostuhl erledigen.

Es ist die Funktion, die unsere Struktur Aufrecht erhält. Und wenn wir unsere Funktionen aus Bequemlichkeit nicht mehr nutzen, dann verlieren wir sie, ganz nach dem Motto: „Use it or lose it“.

Muten wir z.B. unseren Knochen keine Gewichte mehr zu, werden sie weich oder porös und brüchig. Beanspruchen wir unsere Muskeln nicht regelmässig, bauen sie ab und verlieren ihre Kraft und Reaktionsfähigkeit, und wenn wir unsere Gehirnzellen nicht regelmässig nutzen, sondern das „Denken“ den Appfunktionen überlassen, verkümmern auch diese.

Die modernen und technischen Errungenschaften nehmen uns (zu) viel ab – das hat seinen Preis. Der Alterungsprozess beginnt immer dort, wo wir sinnvolle physiologische, motorische und kognitive Herausforderungen „outsourcen“.

Es ist fatal, wenn wir das "dolce far niente" zum Status „es geschafft zu haben“ erheben. Auch falsch ist es, wenn wir meinen, erwachsen zu werden heisst, nicht mehr länger Dinge zu tun, die wir als Kinder geliebt haben. Kinder rennen, wir Erwachsenen  gehen. Kindern klettern, wir nehmen die Rolltreppe oder den Lift. Kindern hüpfen auf einem Bein oder stehen auf dem Kopf, wir aber sitzen auf unserem Hinterteil. Kinder rollen den Hügel hinunter, wir selber drehen uns höchsten noch auf der Matratze. Kinder hüpfen auf und ab, wir ziehen lediglich noch unsere Schultern hoch. Kinder sind ausgelassen und wollen Spass, wir aber sind ernst, vorsichtig und suchen Sicherheit.

Diese Vorstellung von Erwachsensein hat ihren Preis: Sobald wir damit aufhören, bestimmte Funktionen zu gebrauchen, stellt sich  unser Gehirn – ein höchst reaktionsfähiges Anpassungsorgan – auf diesen Mangel an Aktivitäten ein und vergisst die Funktionen.   Die Folge ist eine "Bewegungs-Amnesie", die unser Selbstbild und darüber unsere körperlichen und schöpferischen Möglichkeiten immer mehr einschränkt.

Um wieder in unser volles Potential zurückzukommen, müssen wir dem Leben wieder etwas neugieriger und spielerischer begegnen. Raus aus der Komfortzone (KZ) – hinein in die Wachstumszone. Dies ist vielleicht nicht immer bequem, winkt aber mit einen enormen Antiaging-Effekt!  

     

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