Selbstvermessung contra Selbstwahrnehmung

Selbstvermessung heisst der neue Trend aus den USA. Auch bei uns verlassen sich immer mehr Menschen auf die Antworten technischer Hilfsmittel (Smartphone-App, Fitnessarmband oder -clip usw.), wenn es um Lebensfragen oder ihre Gesundheitsgestaltung geht.

- Wie gut und tief habe ich heute Nacht geschlafen?
- Habe ich heute bereits genug getrunken?
- Wieviel wovon darf ich noch essen?
- Stehe ich unter Stress, oder bin ich entspannt?
- Wie viele Schritte muss ich heute noch gehen?

Mit oben erwähnten technischen Hilfsmitteln erheben die Anhänger dieser Bewegung ständig digitale Daten über sich selbst, um anhand dieser ihr Leben und ihre Gesundheit zu optimieren. „Selbsterkenntnis“ durch digitale Daten / Zahlen - geht das?  

Handelt es sich dabei lediglich um eine Gemeinschaft technikgläubiger Fitnessfanatiker? Oder drückt diese Bewegung nicht eher einen allgemeinen Trend aus, der für unsere heutige Leistungsgesellschaft mit Optimierungszwang bezeichnend ist.

Was denn genau macht diese permanente Selbstprotokollierung so attraktiv? Nun… Die Versprechen des Nutzens sind enorm; Leistungssteigerung, verbesserte Gesundheit, Risikominimierung, bessere Kontrolle über das eigene Leben und nicht zuletzt „Selbsterkenntnis“.

Und wieder einmal mehr stellt man mit diesem neuen Trend das Messbare über das Fühlbare. Dabei kann gerade die Konzentration auf das technisch Messbare den Wahrnehmungsfokus dermassen einengen, dass es zu einem massiven Verlust an Körpergefühl kommt. Anstatt auf die wirklichen Körpersignale zu reagieren, ist man nur noch darauf fixiert, was das Display hergibt. Eine solch technisch-materialistische Sichtweise auf den Körper kann jedoch nie in wahrer Selbsterkenntnis münden; im Gegenteil, sie führt letztendlich gar zu einer Selbstentfremdung... wenn nur noch die Normdaten der Geräte zählen, dann fällt jeder, der diesen Normen nicht entspricht in ein zunehmendes Gefühl der eigenen Mangelhaftigkeit. 

Echte Selbsterkenntnis kann nur entstehen, wenn wir uns als Ganzes, als Körper-Geist-Seelen-Einheit wahrnehmen, wenn wir nicht nur unseren Körper, sondern auch die Seelenregungen zulassen und diese im wahrsten Sinne des Wortes als „wahr-nehmen“. Dazu braucht es regelmässiger Rückzug aus der lauten, fordernden Aussenwelt und Ruhe.

Achtsame Körperwahrnehmungsübungen und Yoga Nidra sind äusserst wirkungsvolle Techniken, wieder in gesunden Kontakt mit sich selber und den wahren, eigenen Bedürfnissen zu kommen.  

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