Weizen - Reizdarm und Unverträglichkeiten

Irgendein Bösewicht findet sich immer. Nach der Fetthysterie ist seit einiger Zeit der Weizen in Verruf gekommen. Hierzu ein paar weiterführende Infos.

Getreide ist ein vollwertiges Nahrungsmittel mit einem ausgewogenen Verhältnis an wichtigen Nährstoffen. Aber… Getreidekörner enthalten auch zahlreiche Schutzstoffe gegen natürliche Frassfeinde. Werden diese Schutzstoffe beim Verarbeitungs- und / oder Kochprozess nicht abgebaut, können sie die Verdauung empfindlich stören. An erster Stelle steht hier das Phytin.

Phytin blockiert bestimmte Verdauungsenzyme und macht Eiweiss schwerer verdaulich. Es hemmt die Aufnahme zweiwertiger Mineralstoffe wie Calcium, Eisen, Zink, Magnesium, Kupfer, Mangan und vermutlich auch Vitamin B1, das kann zu Reizungen im Verdauungstrakt führen.

Phytin wird fast vollständig abgebaut durch eine milchsaure Gärung - z.B. Hefegärung im Brot über 12 Stunden oder Sauerteiggärung über 20 Stunden.

Phytin wird zum Teil abgebaut durch das Einweichen von Getreide (2 – 18 Std. in kaltem Wasser bei Zimmertemperatur, wie beim Frischkornbrei empfohlen). Das Einweichen aktiviert das Enzym Phytase, welches die an das Phytin gebundenen Mineralstoffe besser resorbierbar macht.  

Auch gut zu wissen: Backpulver blockiert den Abbau von Phytin. Wer also mit Backpulver backen will, greift lieber auf  phytinarmes Weissmehl zurück oder hält sich an die empfohlenen Einweichzeiten.

Schon unsere Urahnen erhitzten und verarbeiteten ihre Körner, weil sie wussten, dass „natur-belassenes“ Vollkorn sie krank machen kann. Die Fermentation des Korns baut einige der pflanzlichen Abwehrstoffe ab. Eine klassische 20-stündige Sauerteigführung leitet die Keimung ein und die Wärme durch das Backen unterstützt die Fermentation zusätzlich. Erst durch dieses langwierige Verfahren kann der menschliche Organismus die wertvollen Inhaltsstoffe des Getreides ausschöpfen.

Sämtliche modernen, zeitsparenden Ersatzverfahren beim Backen und der Zubereitung von anderen  „gesunden“ Vollkornprodukten bauen das Phytin nicht ab! Die Folgen sind: Verdauungsstörungen, Leberbelastungen, Übergewicht und alle daraus resultierenden Begleitsymptome wie Unverträg-lichkeiten, Allergieentwicklung und andere Krankheiten.

 

 

 

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